Nächster Vortrag: 25. / 26. Januar 2019

Tischtöchter, Klosterfrauen, Stiftsdamen und Äbtissinnen. Aus dem Leben von Schwyzerinnen in Frauenklöstern.

Vortrag von Historikerin lic.phil. Martina Kälin-Gisler

 

Freitag, 25. Januar, 17.30 Uhr

Samstag, 26. Januar, 10.15 Uhr

Freier Eintritt

 

Sr. Anna Maria Eberle aus Einsiedeln

1286 wird mit Berchta Lilli, Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters in der Au bei Steinen, die erste Schwyzer Klosterfrau erwähnt. In den nächsten Jahrhunderten folgten ihrem Beispiel mehrere hundert Frauen aus dem Gebiet des heutigen Kantons Schwyz: sie traten einem Orden bei, erhielten einen neuen Namen und waren als Chorfrauen und Laienschwestern Teil von klösterlichen Gemeinschaften. Einige von ihnen wurden zur Frau Mutter, Priorin oder Äbtissin gewählt und bestimmten so die Geschicke der Konvente wesentlich mit. In den Klöstern wurden zudem junge Mädchen als sogenannte Tisch- oder Kosttöchter für einige Monate oder Jahre erzogen.

Über das Leben von Schwyzerinnen in früheren Zeiten ist nur wenig bekannt. In Klosterchroniken, Schwesternlisten und weiteren Schriftquellen finden sich aber verschiedene Informationen, die das Leben der Frauen, die «den Schleier genommen haben», schlaglichtartig aufzeigen. Von ganz wenigen Klosterfrauen haben sich zudem Portraits oder Gegenstände erhalten.

In ihrem Vortrag erläutert die Historikerin Martina Kälin-Gisler wie Schwyzerinnen in Frauenklöstern früher gelebt haben, aus welchen Familien sie stammten, in welche Klöster sie eintraten und weshalb die Aussage, dass aus jeder Familie eine Tochter ins Kloster musste, für die Zeit bis 1850 nicht zutrifft.